Archäologische

RuhrZeiten

Stadtarchäologischer Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010 -
Visualisierungen der Kulturlandschaft in Dortmund, Duisburg und Essen

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Alteburg Essen

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Die sogenannte Alteburg befindet sich auf dem Pastoratsberg, einer hohen, an drei Seiten steil abfallenden Bergkuppe, die sich am östlichen Ufer über die Ruhr erhebt. Nur im Osten läuft die Kuppe in einer Hochfläche aus.

AlteburgDie Hauptburg besteht aus einem ovalen Befestigungsring, der sich von Norden nach Süden auf ca. 400 m Länge und ca. 200 m Breite ausdehnt. An der steil abfallenden, natürlich geschützten Westseite befindet sich nur ein Wall, der, wie Grabungen im südlichen Teil erwiesen, als Holz - Erde - Mauer konstruiert war. An der Ostseite dagegen, wo der Wall über die Hochfläche läuft, wurden zwei Mauern mit je einem davorgelegten Graben errichtet. Bei der Erbauung der inneren Befestigungsanlage wurde hinter der fast zwei Meter starken Mörtelmauer aus Ruhrsandstein ein Erdwall aufgeschüttet, die äußere war als Holz - Erde - Mauer konstruiert. Die bekannten Zugänge waren im Nordwesten (Wassertor) und Südosten (Steintor) als Kammertore und im Süden (Haupttor) als Zangentor ausgebildet.

An der Nordostseite setzt noch ein Vorwall an, der bogenförmig nach Süden zieht und Teil einer älteren Anlage ist, wie von dort stammende vorgeschichtliche Funde belegen.

AlteburgAusgrabungen fanden auf der Alteburg 1921, 1923 - 26 und 1992 statt. Die dabei geborgene Keramik, u. a. Badorfer Art datiert ins 9. Jahrhundert n. Chr. Es wurden aber auch rädchenverzierte Scherben gefunden, die evtl. bis ins 8. Jahrhundert n. Chr. zurückreichen. Die Alteburg wird zuweilen als fränkisches Bollwerk des 7./8. Jahrhunderts n. Chr. angesprochen, obwohl schriftliche Quellen dies nicht belegen und auch andere Anhaltspunkte für eine so frühe Datierung fehlen.

Realisation:
Elke Schneider MA (Text & Fotos)
Bianca Khil (Text & Fotos)
Dipl.-Ing. Marek Koppel (3D-Modell)
Dipl.-Ing. Thomas Jedrzejas (3D-Modell)

Leitung:
Prof. Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Przybilla
Hochschule Bochum, Fachbereich Vermessung und Geoinformatik
Labor für Photogrammetrie, Tel. +49 234 32 10517