Archäologische

RuhrZeiten

Stadtarchäologischer Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010 -
Visualisierungen der Kulturlandschaft in Dortmund, Duisburg und Essen

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Burg Altendorf

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Die Ruine der Burg Altendorf mit ihrem mächtigen Wohnturm befindet sich auf einer Ruhrhalbinsel, in etwa 1 Kilometer Entfernung zum Fluss. Sie steht in einem künstlich angelegten Teich und besteht aus zwei Teilen, der Haupt- und der Vorburg.

Das genaue Datum ihrer Erbauung ist unbekannt, von der Siedlung „Aldendorpe“ berichten Schriftquellen erstmals 1166, die Herren von Altendorf sind seit dem Ende des 12. Jahrhunderts als Ministeriale der Essener Äbtissinnen belegt. Von einer Burg oder dem Wohnsitz der Herren von Altendorf wurde ab 1356 gesprochen. Demnach dürfte sie im 12./13. Jahrhundert, zuerst nur in Form des dreistöckigen Wohnturmes, errichtet worden sein. 1386 starben die Herren von Altendorf im Mannesstamme aus und der Besitz ging an die Herren von Vittinghoff-Schell, die 1601 ebenfalls ausstarben. Zum Zeitpunkt der Übernahme fand wahrscheinlich der archäologisch nachgewiesene Umbau des Turmes statt.

Eine weitere große Bauphase mit Ausbau der Vorburg, wird Christopher von Vittinghoff-Schell im 16. Jahrhundert zugewiesen. Durch Erbteilung kamen Haus und Güter an viele entfernte Verwandte, wurden verpfändet und Besitzstreitigkeiten führten schließlich dazu, dass die Burg ab circa 1760 ihre Nutzung als adliger Wohnsitz verlor und zur Ruine verfiel. Ab 1798 als Kötterei verpachtet, diente das Burggelände seit 1849 zeitweise als Steinbruch, bevor hier 1858 die katholische Schule zu Altendorf errichtet wurde. Bei einer Übung 1961 brannte die Feuerwehr das zu diesem Zeitpunkt schon nutzlose Gebäude planmäßig nieder. Eine erste Restaurierung der Hauptburg fand 1903 statt, weitere folgten u.a. 1961-1969 und 2001-2009, die z.T. auch archäologisch begleitet wurden. Die dabei wieder hergestellte Mauerkrone, wird durch eine Grasbepflanzung geschützt. Im öffentlich zugänglichen Vorburgbereich steht ein Restaurant. Auch der heute trocken gefallene Teich kann betreten werden. Die Hauptburg ist lediglich über eine moderne Holzbrücke, an deren Ende ein Tor den Zutritt außerhalb der Öffnungszeiten im Sommer versperrt, zu erreichen.

Burg Altendorf
Der Wohnturm der Burgaltendorf vom Vorburggelände aus


Realisation:
Elke Schneider MA (Text & Fotos)
Bianca Khil (Text & Fotos)
Vanessa Noth (3D-Modell)

Leitung:
Prof. Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Przybilla
Hochschule Bochum, Fachbereich Vermessung und Geoinformatik
Labor für Photogrammetrie, Tel. +49 234 32 10517