Archäologische

RuhrZeiten

Stadtarchäologischer Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010 -
Visualisierungen der Kulturlandschaft in Dortmund, Duisburg und Essen

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Thyssen-Krupp Bunker

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Ein Werksbunker der ehemaligen Krupp´schen Gussstahlfabrik

Bei den Bauarbeiten zum neuen ThyssenKrupp-Quartier westlich der Essener Innenstadt konnten seit 2006 mehrere Werksbunker der ehemaligen Krupp´schen Gussstahlfabrik beobachtet werden. Ein Tiefbunker südlich der Altendorfer Straße wurde näher untersucht und genauestens dokumentiert. Zum Zeitpunkt der Erfassung war ein Teil der Schutzräume bereits durch Straßenbauarbeiten zerstört. Aufgenommen werden konnten noch drei Schutzräume, Teile des Hauptflurs, der Hauptzugang sowie ein Notausstieg. Das ursprüngliche Aussehen des Bunkers ließ sich aber noch wie folgt rekonstruieren: fünf langgestreckte, nord-süd-orientierte Schutzräume lagen hintereinander und waren über einen Flur zugänglich, der an einer ihrer Schmalseiten entlang führte. Am einen Ende dieses Hauptflurs befand sich der Haupteinstieg, am anderen Ende lagen zwei weitere, ost-west-orientierte Schutzräume und ein Befehlsstand. Massive Gasschutztüren verschlossen die Räume. Ihre Form deutet zusammen mit den zahlreichen Wandbeschriftungen auf eine Erbauung des Bunkers gegen 1939/40 hin. Ab 1940 galten vergleichbare Anlagen nicht mehr als bombensicher, so dass man häufig Zwischenwände zur Verstärkung einzog. Solche Ausbauten führte man bei diesem Bunker wohl erst kurz vor Kriegsende durch, denn eine der Querwände wurde nicht mehr vollständig fertiggestellt.

Bausubstanz des ehemaligen Werksbunkers bleibt im Boden unter dem Park des Berthold-Beitz-Boulevards erhalten. Alle Funde wurden vor seiner Verschließung durch Mitarbeiter des Ruhrmuseums sichergestellt.

Krupp'scher Werksbunker Krupp'scher Werksbunker 2
Ein Notausstieg für den Ernstfall Nicht vollendete Quermauer

Realisation:
Elke Schneider MA (Text)
Bianca Khil (Text)
HS Bochum (Fotos)
Vanessa Noth (3D-Modell)

Leitung:
Prof. Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Przybilla
Hochschule Bochum, Fachbereich Vermessung und Geoinformatik
Labor für Photogrammetrie, Tel. +49 234 32 10517