Archäologische

RuhrZeiten

Stadtarchäologischer Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010 -
Visualisierungen der Kulturlandschaft in Dortmund, Duisburg und Essen

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St. Lucius-Kirche

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St. Lucius-Kirche in Essen-Werden

Die ab dem Jahre 995 gebaute St.-Lucius-Kirche befindet sich im südlichen Essener Stadtteil Werden. Im Jahre 1063 durch Erzbischof Anno II. von Köln geweiht, fungierte sie bis zur Säkularisation als Filialkirche der Werdener Benediktinerabtei. Ab 1811 diente das Kirchengebäude als Kornspeicher und später als Wohnraum. 1957 wurde damit begonnen das Gebäude seinem ursprünglichen Zweck entsprechend umzubauen. Während des Umbaus wurden die gefundenen romanischen Kapitelle rekonstruiert oder im modernen Stil neu entworfen. Vom rheinischen Stützenwechsel in eine dreischiffige Basilika unterteilt, entspricht der heutige Zustand in etwa der Vorstellung der ursprünglichen Kirche aus dem 10. Jahrhundert (Quelle: Heinz Scheidgen. Kleiner Begleiter für den Besuch der Luciuskirche zu Essen-Werden, Margreff-Druck GmbH, Essen-Heidhausen).

St. Lucius-Kirche Luciuskirche
St. Lucius-Kirche 3D-Modell der St. Lucius-Kirche

Objekterfassung und Visualisierung

Terrestrisches Laserscanning stellt eine geeigete Messmethodik dar um Messobjekte geometrisch exakt und detailliert abzubilden. Das Ergebnis der Messung ist eine Punktwolke, die einer Aufnahme mit höchster Informationsdichte gleicht. Geometrische Bezüge werden erst bei der Nachbearbeitung hergestellt und müssen vor Ort nicht beachtet werden. Geometrien werden, dem zu erzielenden Detaillierungsgrad entsprechend, vereinfacht und generalisiert. Bauschäden, Verformungen oder Durchbiegungen werden grundsätzlich erfasst, können aber, je nach Verwendungszweck, im Endprodukt ggf. auch vernachlässsigt werden, solange die wesentlichen Proportionen de erhalten bleiben.

Punktwolke im Grundriss Punktwolke Innenraum
Punktwolke im Grundriss Punktwolke des Innenraumes

Im Falle der aus Bruchsteinen gemauerten Außenwand der Luciuskirche wird aufgrund der Rauheit eine Generalisierung um einige Zentimeter vorgenommen. Ein hoher Detaillierungsgrad wird dabei durch das Aufbringen von Fototexturen simuliert. Das gleiche Verfahren kommt auch bei der bemalten Decke im Hauptschiff zum Einsatz, bei der die Deckenbalken erst durch die Textur visualisiert werden. Verformungen werden ebenfalls generalisiert und bleiben weiterhin unberücksichtigt.

Ansicht Süd-Ost Transparente Kirche
Gesamtansicht Süd-Ost Transparente Kirche
Blick in das Kirchenschiff ohne Dach Glockenstuhl
Blick in das Kirchenschiff Glockenstuhl

Andere Details, wie beispielsweise die Einrichtungsgegenstände, die in einer wirklichkeitsgetreuen Visualisierung unerlässlich sind, erfordern eine weitaus höhere Darstellungstiefe. Hier würden bei einer Generalisierung im Zentimeterbereich bereits wichtige Details durch das Raster fallen. Aus diesem Grund müssen während des gesamten Modellierverlaufs unterschiedliche Generalisierungsstufen eingehalten werden, so dass jedes visualisierte Objekt einen realistischen Eindruck macht.


Blick in das Mittelschiff Blick von der Empore
Blick in das Mittelschiff Blick von der Empore

Details des Innenraums Der Altar
Details des Innenraums Der Altar

Panoramafotografie

Die Panoramafotografie ist eine Technik, bei der durch das Zusammenfügen mehrerer Einzelbilder ein erweiterter Bildwinkel bis hin zur Rundumsicht simuliert werden kann. Dazu muss die Kamera systematisch in vertikaler und horizontaler Richtung um ihren Drehpunkt im Projektionszentrum rotiert werden. In der Luciuskirche eignen sich drei Standpunkte innerhalb des Hauptschiffes für die Aufnahme von 360° Panoramen: im Bereich des Eingangs, in der Mitte der Bankreihen und direkt auf dem Altar. Die angefertigten Panoramen sind Bestandteil des Google Earth Modells und können aus diesem heraus aktiviert werden.


Realisation:
Angelika Lendzian BA (Text und Schwerpunkt Innenraummodellierung)
Sebastian Räder BA (Text und Schwerpunkt Aussenraummodellierung)
Angelika Lendzian (Panoramen)

Leitung:
Prof. Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Przybilla
Hochschule Bochum, Fachbereich Vermessung und Geoinformatik
Labor für Photogrammetrie, Tel. +49 234 32 10517