Archäologische

RuhrZeiten

Stadtarchäologischer Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010 -
Visualisierungen der Kulturlandschaft in Dortmund, Duisburg und Essen

Projekte

St. Ludgerusbasilika

Download
  • St. Ludgerusbasilika Google Earth 3D-Modell
  • Basilika Video, bitte entsprechendes Format auswählen:

St. Ludgerusbasilika in Essen-Werden

Die Basilika St. Ludgerus, am Anfang des 9. Jahrhunderts als Abteikirche des Klosters Werden in Essen gebaut, gilt als eine der bedeutendsten spätromanischen Kirchen des Rheinlands. Der 805 zum ersten Bischof von Münster ernannte Liudger gründete die Abtei Werden und ließ zwischen 800 und 808 den ersten Kirchenbau errichten. Dieser war dreischiffig und besaß eine Länge von etwa 30 Meter. Über die Baugeschichte der folgenden Zeit können trotz Ausgrabungen im Jahre 1970 nur Mutmaßungen angestellt werden. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts wurde an die Westseite der bestehenden Abteikirche eine Pfarrkirche angebaut, die 943 als Marienkirche und im 14. Jahrhundert durch den Wechsel des Patrozinium dem Apostel Petrus geweiht wurde.

St. Ludgerus Basilika St. Ludgerus Basilika
Basilika Gesamtansicht Basilika aus der Vogelperspektive

Im Jahr 1256 zerstörte ein Feuer die Abteikirche. Infolge dessen wurde die Kirche als dreischiffige Emporenbasilika mit einem östlichen Querschiff im romanischen Stil umgebaut. Die Breite des Langhauses blieb gleich, die Seitenschiffe hingegen wurden etwas verbreitert. Die Mittelschiffe der beiden Kirchen wurden vereinigt und beinhalten nun insgesamt sieben Joche. Ebenso wurde ein großes gotisches Fenster in die Westseite der Peterskirche gebrochen, die bis dahin fensterlos war. Der Vierungsturm, der bei dem Umbau erstand, prägt noch heute zusammen mit der turmartigen Peterskirche den äußeren Gesamteindruck.

St. Ludgerus Basilika St. Ludgerus Basilika
Eingang zur Basilika (Nord) Eingang zur Basilika (Ost)

In den folgenden Jahrhunderten gab es keine wesentlichen Umbauten an der Kirche, bis auf einen Winkelraum im südlichen Querflügel, der eine Verbindung zwischen der Abtei und dem Altarraum der Kirche ermöglichte. Erst im 18. Jahrhundert, als die Abtei wieder wohlhabend wurde, erfolgten weitere nennenswerte Umbauten. Neben den Ausbauten im Inneren der Kirche, erhielten die Türme barocke Hauben, die Emporenfenster wurden vergrößert und eine halbrunde Apsis an die Ostseite angebaut Aus statischen Gründen gab es zwischen 1840 und 1850 Sicherungsmaßnahmen. Am Ende des 19. Jahrhunderts gab es wieder eingreifende Umgestaltungen. Es wurden die unteren Fenster des Westwerks zugemauert und die übrigen an den Stil des Langhauses angeglichen. Der Turm der ehemaligen Peterskirche ist um ein Geschoß erhöht worden damit Glocken angebracht werden konnten. Die barocken Dächer der beiden Türme verloren ihre Haube und wurden durch ein Faltdach ersetzt. Zudem sind die Seitenschiffe der beiden Kirchen auf eine Höhe gebracht und die westlichen und nördlichen Portale erneuert worden.

St. Ludgerus Basilika St. Ludgerus Basilika
Nordansicht Fassadendetail

Mit der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche gänzlich zur Pfarrkirche, bis sie 1960 zur Propsteikirche ernannt wurde. Im Jahr 1983 erhob Papst Johannes Paul II die St. Ludgerus zur Basilica minor („kleinere Basilika“). Damit ist St. Ludgerus eine von weltweit 1478 und deutschlandweit 73 Kirchen, die diesen Ehrentitel tragen. Die Verleihung dieses Titels soll die Bindung der Kirche an den römischen Bischof stärken und die Bedeutung, die diese im Umland hat, hervorheben. Durch die Verleihung des Titels ist die Kirche berechtigt das Papstwappen, mit gekreuzten Schüssel, der Padiglione, ein gelb-rot gestreifter Regenschirm, sowie das Tintinnabulum, eine liturgische Glocke, zu tragen. Ranghöher zur Basilica minor ist der Titel Basilica maior. Diesen Titel tragen weltweit nur sechs Kirchen, beispielsweise der Petersdom in Rom.


St. Ludgerus Basilika St. Ludgerus Basilika
Dachlandschaft Dachlandschaft

Realisation:
Andreas Erlenbruch (Text)
Andreas Erlenbruch (3D-Modell und Google Earth Implementierung)

Leitung:
Prof. Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Przybilla
Hochschule Bochum, Fachbereich Vermessung und Geoinformatik
Labor für Photogrammetrie, Tel. +49 234 32 10517