Archäologische

RuhrZeiten

Stadtarchäologischer Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010 -
Visualisierungen der Kulturlandschaft in Dortmund, Duisburg und Essen

Projekte

Kläranlage Läppkes Mühlenbach

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Sühlstraße 6
Oberhausen – Borbeck
Zugang: öffentlich zugänglich

Die Kläranlage Oberhausen Läppkes Mühlenbach klärte Abwässer von 68.000 Menschen aus der Umgebung und wurde überflüssig, als 1996 in Bottrop ein neues Klärwerk eingerichtet worden war.

In einer Kläranlage werden in mehreren Stufen die in der Kanalisation gesammelten Abwässer gereinigt. Dazu werden diese zuerst in ein Klärbecken geleitet, wo sich ungelöste Schwebstoffe als Schlamm absetzen. Im Becken bewegt sich langsam die so genannte Räumerbrücke, die den übel riechenden Schlamm an die tiefste Stelle im Becken transportiert, von wo aus er in den Faulturm gepumpt wird. Durch mikrobiologische Prozesse bei denen Bakterien die Energie für den eigenen Stoffwechsel aus den organischen Kohlenstoffverbindungen des Schlammes gewinnen, werden diese schädlichen Verbindungen unter Luftabschluss zersetzt und der Schlamm geruchsarm. Das dabei als Nebenprodukt entstehende brennbare Methangas wird gesammelt und kann zum Betrieb der Anlage mit genutzt werden. Die anfallenden Klärschlämme werden auf so genannten Schlammplätzen auf dem Gelände der Kläranlage bis zur weiteren Verwendung z. B. in der Landwirtschaft, bzw. endgültig abgekippt. Als die Zechen im Ruhrgebiet ihre Abwässer noch in die städtische Kanalisation leiteten, enthielt der Klärschlamm so viel Kohlebestandteile, dass man den Schlamm nach dem II. Weltkrieg zum Heizen nutzte.

Nach der Stilllegung der Kläranlage Läppkes Mühlenbach wurden verschiedene für das Klärwerk charakteristische Bauwerke und die Schlammplätze erhalten und das 21.000 qm große Areal im Rahmen der Umgestaltung der Emscherregion in den Klärpark integriert. Im ehemaligen Klärbecken mit Räumerbrücke schwimmen heute Seerosen und andere Wasserpflanzen und Bänke laden zum Ausruhen ein. Der Faulturm kann betreten werden und enthält das Kunstwerk „Mangrove“ - das in Abflussrohen nachgebildete Wurzelwerk eines Mangrovenbaumes - von Andreas Titz. Eine synthetische Geräuschkulisse ahmt das in einem Faulturm übliche Gluckern und Plätschern nach und Lichtinstallationen sorgen abends für ein weiteres Highlight.

Das Gelände kann tagsüber zu bestimmen Öffnungszeiten betreten und die Aussichtsplattform bestiegen werden. Schautafeln bieten Informationen zu Entstehung und Nutzung von Trinkwasser. Außerdem besteht eine Fußwegeverbindung zum nahe gelegenen Haus Ripshorst.

Läppkes Mühlenbach Läppkes Mühlenbach2

Realisation:
Elke Schneider MA (Text & Fotos)
Bianca Khil (Text & Fotos)
Dipl.-Ing. Thomas Jedrzejas (3D-Modell)

Leitung:
Prof. Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Przybilla
Hochschule Bochum, Fachbereich Vermessung und Geoinformatik
Labor für Photogrammetrie, Tel. +49 234 32 10517