Archäologische

RuhrZeiten

Stadtarchäologischer Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010 -
Visualisierungen der Kulturlandschaft in Dortmund, Duisburg und Essen

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Zeche Hannover

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Im Jahr 1847 wurden abseits der damaligen Bauerschaft Hordel (seit 1926 zu Bochum gehörig) sozusagen "auf der grünen Wiese" Probebohrungen auf der Suche nach Steinkohle durchgeführt. Nachdem diese 1854 tatsächlich gefunden worden war, erwarb Carl Hostmann aus dem Königreich Hannover die Zeche und gab ihr den Namen seines Heimatortes. Von 1857 an entstanden Schachtanlagen zur Förderung. Erste größere Gewinne aufgrund des Krieges von 1870/71 ließen Alfred Krupp aus Essen auf die Zeche aufmerksam werden. Nach dem Kauf sorgte er dafür, dass die Schächte durch so genannte Tübbings wasserdicht ausgebaut wurden. Diese seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannte Versteifung der Schachtwände durch übereinander liegende gusseiserne Ringe war die damals teuerste Form des Schachtausbaus. Unter dem neuen Besitzer entstanden außerdem großzügige Übertageeinrichtungen wie Verladebrücken, Werkstätten, eine Kohlenwäsche zum Trennen der Kohle von wertlosem Stein, aber auch eine Waschkaue, also eine Umkleide mit Aufenthaltsraum für die Bergleute.

Die Wirtschaftskrise 1932 führte zwar zum ersten starken Rückgang der Förderung, der unterirdische Zusammenschluss mit anderen Zechen ließ die Förderung über die Schächte der Zeche Hannover aber wieder aufleben, so dass es mit Beginn der Kohlekrise 1958 noch keine Probleme gab. Noch 1967 wurde ein Schacht der Zeche Hannover zum zentralen Förderschacht aller Bochumer Bergwerke. Doch 1969 wurden auch die Kruppzechen in die Ruhrkohle AG eingebracht. Nachdem diese bereits 1971 die Rücknahme der Kohleförderung beschlossen hatte, erfolgte die Stilllegung als letzte Bochumer Zeche 1973.

Die heute noch erhaltenen Gebäude werden als LWL-Industriemuseum Bochum genutzt. Zahlreiche Sonderausstellungen und diverse Veranstaltungen lassen das Gelände der ehemaligen Zeche seit 1995 wieder aufleben.

Realisation:
Elke Schneider MA (Text)
Bianca Khil (Text)
Magdalena Dannenberg (3D-Modell)
Alexander Symolka (3D-Modell)

Leitung:
Prof. Dr.-Ing. Heinz-Jürgen Przybilla
Hochschule Bochum, Fachbereich Vermessung und Geoinformatik
Labor für Photogrammetrie, Tel. +49 234 32 10517